Verdiene deinen eigenen Respekt – so übernimmst du Verantwortung für dich selbst

Höre diese Folge, wenn dein Leben im Chaos versinkt

Du kritisierst jede deiner Entscheidungen, fühlst dich insgeheim nutzlos und wirst deinem Potenzial nicht gerecht.
Höre in dieser Folge Charakter: Marke Eigenbau, was du tun musst, um jemand zu werden, der oder die deinen Respekt verdient hat.

Shownotes

Nützliche Links

PDF zum Buch “…trotzdem Ja zum Leben sagen” von Viktor Frankl:

Musik, die ich verwendet habe

Meine Musik beziehe ich von Epidemic Sound. Dort gibt es eine RIESIGE Bibliothek an fantastischer Musik und Soundeffekte für so gut wie jede Produktion. Alles, was du im Podcast hörst und nicht meine eigene Stimme ist, stammt von Epidemic Sound.
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[00:00]: A Tale of Interiors – Arden Forest
[03:40]: New Elegy – Maree Docia
[04:54]: At the End of Nothing – Silver Maple
[07:25]: A Pilgrim’s Tale – Lama House
[11:14]: Fugacious – Gavin Luke
[14:44]: Heavy Words We’re Holding – Trevor Kowalski

Kapitelmarken

[00:00]: Ein besonders mitfühlender Mensch in meinem Leben
[01:27]: Das Problem mit ihrem Mitgefühl
[07:25]: Wie man Ordnung ins Chaos bringen lernt
[09:32]: Fange mit den täglichen Dingen an
[11:32]: Das Leben ist kein Zuckerschlecken
[13:07]: Warum es Hoffnung für die menschliche Natur gibt

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Transkript

Ein besonders mitfühlender Mensch in meinem Leben

Ich habe einige Menschen in meinem Leben kennengelernt, die eine außerordentlich große Kapazität für Mitgefühl haben. Die Art Mensch, mit der du deine tiefsten Gedanken, Wünsche, Probleme und Sorgen teilen kannst, und sie bieten stets ein offenes Ohr. Die Art Mensch, die, wenn du mal Hilfe brauchst, sofort an deiner Seite sind, bedingungslos und zu jeder Zeit. Aufopferungsvoller, als es für jede normale Freundschaft üblich wäre. Eine unheimlich große Stütze für dein Leben.

In meinem Leben gab es eine solche Person, die mir besonders nahe stand. Sie wurde mir mit der Zeit sehr wichtig. Und ich hatte das Glück, dass auch ich für sie wichtig wurde. Wenn du einem Menschen, der ein gutes Herz und viel Mitgefühl hat, etwas bedeutest, dann weißt du es. Denn sie lassen es dich mit jeder Faser spüren. Und es fühlt sich wirklich gut an.

Als ich ein neues, größeres Projekt in meiner Karriere angefangen hatte, hat sie mich aus vollem Herzen unterstützt, hat mich angefeuert wie eine Cheerleaderin. Als ich beim Sport eine Verletzung davon trug, tat es ihr weh als wäre es ihr eigener Körper. Und wann immer ich Zweifel an meinem Weg hatte, ließ sie mich wissen, dass sie an mich glaubte und ich das auch tun sollte.

Das Problem mit ihrem Mitgefühl

Es gab da bloß ein Problem, und es ist ein Problem, das meiner Einschätzung nach besonders bei uns Millenials und Generation X mehr und mehr ausgeprägt ist.

Was ich mit der Zeit lernen musste, ist, dass das Mitgefühl, die Gutherzigkeit und die Menschenliebe dieser Person unvollständig war. Sie schloss nämlich sich selbst nicht ein. Sie hatte kaum Mitgefühl für sich selbst, sie hatte ein schrecklich niedriges Selbstbewusstsein, und sie mochte und respektierte sich selbst nicht.

Natürlich wäre sie nie auf die Idee gekommen, das über sich selbst zu sagen. Sie hätte nie laut ausgesprochen: “Hey Leute, seht mich an, mir sind andere Leute viel wichtiger als ich selbst. Ich kann insgeheim mein eigenes Leben und mich selbst nicht ausstehen, aber ich werde keinen Deut dagegen tun, weil ich fest davon überzeugt bin, dass ich nichts anderes verdient habe.”

Weißt du, wie es dazu kommt, dass man so über sich selbst denkt? Was das Problem heutzutage ist?

Wir hören bloß “Du musst dich einfach selbst lieben”, “Du bist gut so, wie du bist. Akzeptiere dich selbst”.

Das sind Sätze, die gut klingen. Als könnte daran nichts falsch sein. “Natürlich sollte ich mich selbst lieben”, denkt man. Das Gegenteil klingt ja auch nach Quatsch, dass man sich selbst nicht wertschätzen sollte.

Diese Sätze ignorieren jedoch eine entscheidene Tatsache: Es ist viel leichter, andere zu lieben als sich selbst.
Wenn du jemanden liebst, dann liebst du das, was du für die Person hältst – doch egal, wie lange du sie schon kennst, es ist zwangsläufig immer nur deine Idee dieser Person. Das Bild, das du von ihr hast. Das Bild, das die Person dir enthüllt hat, und das du entschieden hast zu glauben. Du kannst niemals eine Person so sehen, wie sie sich selbst sieht.

Und wie siehst du dich selbst? Du siehst vor allem deine Fehler. Du siehst Neid, Missgunst, Ängstlichkeit, Faulheit, Hass und Nutzlosigkeit. All deine Schwächen und Sünden – die Dunkelheit in dir.
“Jemand wie ich verdient keine Liebe”, sagst du dir selbst. “Nicht jemand so verkorkstes wie ich.”
Die Wahrheit ist, niemand außer du selbst würde so mit dir sprechen, dir diese selbstzerstörerischen, ewig kritischen Sätze ins Ohr flüstern und dich so klein halten wie möglich. Und doch tust du es dir selbst an.

Ich persönlich hatte in meinem Leben das Glück, dass ich nie übermäßig selbstkritisch war, zumindest nicht auf diese unbarmherzige, gnadenlose Art, mit der manche Menschen mit sich selbst umgehen.
Sie verwenden sich selbst als eine Art Boxsack, an dem sie all ihre Frustration und Wut gegen die Welt auslassen können.

Nun bin ich jemand, der über viel Einfühlungsvermögen besitzt – vielleicht überraschend für manche. Und ich kann sehen, wie Leute sich selbst sabotieren, kann spüren, wie sie auf sich selbst brutal einschlagen.

  • Sie bleiben in furchtbaren Beziehungen, in denen ihr Partner ihnen keinerlei Respekt erweist, weil sie selbst keinen Respekt vor sich haben.
  • Sie bleiben in einem Job, in dem sie von gierigen und empathielosen Vorgesetzten ausgenutzt werden, bis zu dem Punkt, ab sie es verabscheuen, wenn morgens der Wecker klingelt und sie zurück zu diesen Ort müssen, an dem sie sich einfach nur schrecklich fühlen.
  • Oder sie nehmen eine eigentlich gute Sache in ihrem Leben und fangen an, unbewusst diese Sache zu sabotieren und zu zerstören, weil ihr Unterbewusstsein und ihr Selbstbild ihnen sagt, dass sie Gutes im Leben nicht verdient hätten.

Und das mit anzusehen, dieses unnötige Leid, es ist einfach nur so frustrierend. Es ist so frustrierend für diejenigen, die dir nahe stehen und das Beste für dich wollen, mitanzuschauen, wie du immer und immer wieder dir selbst Knüppel zwischen die Beine wirfst.

Hab ein bisschen Selbstrespekt! Ja, du magst schlechte Entscheidungen getroffen haben, Leuten weh getan haben und egoistisch und charakterschwach und nutzlos gewesen sein, okay – aber mach es nicht schlimmer, indem du davor wegrennst. Übernimm Verantwortung für dich selbst!

Dein Leben ist nicht all das was es sein könnte, und das weißt du auch – mindestens dein Unterbewusstsein weiß es. Du verschwendest deine Zeit und dein Potenzial. Dein Verhalten dir selbst gegenüber zeigt, dass du keinen Respekt für dich selbst hast. Also tu etwas dagegen.
Was kannst du also dagegen tun?
Handle so, dass du in einigen Wochen, Monaten oder Jahren in den Spiegel schauen kannst und die Person, die dir zurückblickt, jemand ist, über den du sagen kannst: “Das ist ein Mensch, der trotz seiner Fehler, trotz seiner Schwächen und trotz seiner Verkorkstheit ein positiver Einfluss auf die Welt ist. Eine schimmernde Quelle des Guten für die um ihn herum. Ein aufstrebendes Licht in der Dunkelheit.” Jemand, den du tatsächlich respektieren kannst.

Wie man Ordnung ins Chaos bringen lernt

Wie wird man zu jemandem, der Respekt verdient – auch von einem selbst?

Beginne damit, darüber nachzudenken, wen du respektierst. Was sind das für Personen? Sind es Personen, die Verantwortung übernehmen? Sind es Personen die Dinge tun, die schwer sind? Stehen sie morgens aus dem Bett auf, auch wenn der kommende Tag schrecklich wird? Ich bin ziemlich sicher, die Antwort lautet “Ja”, zu allem.

Es sind Menschen, die in der Lage sind, Ordnung ins Chaos der Welt zu bringen. Was meine ich damit?

Stell dir vor, du stündest in einem großen Garten. Dort gibt es einen Steinplattenweg verziert mit bunten Blumen, früchtetragende Obstbäume mit einer Hängematte zwischen ihnen, und ein reiches Beet, mit allem möglichem Gemüse, von dem du dich ernährst.
Dieser Garten ist dein Leben.
Was passiert mit einem Garten, um den man sich nicht kümmert? Was ist natürliche Zustand eines Gartens? Wildwuchs und Unkraut. Chaos.

Du musst regelmäßig das Unkraut jäten und dich gut um deinen Garten kümmern. Unkraut gibt es auf so vielen Ebenen in deinem Leben, auf allen möglichen Skalen. Es fängt damit an, dass auf deinem Schreibtisch dieser eine Brief vom Amt liegt, den du bisher nicht beachten mochtest. Oder du hast dich zum dritten Tag in Folge schrecklich ernährt, oder du schiebst dieses eine unangenehme Gespräch vor dir hin, in dem du deine Mutter mit ihrem manipulativen, tyrannischen Verhalten konfrontierst, oder die Tatsache, dass du dir nicht recht eingestehen wolltest, dass du schon lange die Motivation an deinem Studium verloren hast und denkst, dass alles, eigentlich das ganze Leben sinnlos ist.

Das ist eine schrecklicher Ausgangspunkt für dein junges Leben und du willst nicht herausfinden, wohin dich das führt.

Fange mit den täglichen Dingen an

Was würde eine Person tun, die deinen Respekt verdient? Sie würde das Unkraut herausreißen. Sie würde auf die Knie gehen, ihre Hände schmutzig machen und an die Arbeit gehen.

“Ja, aber wo soll ich anfangen?”, fragst du dich vielleicht. Du schaust dich um und siehst nur Chaos. Du denkst dir: “Mein Leben ist ein großes Desaster. Wie könnte ich das jemals wieder in Ordnung bringen? Wer will sich schon so viel Arbeit machen?”.

Nun, fang mit den kleinen Dingen an. Schau dir das an, was du jeden Tag tust, deine täglichen Gewohnheiten. Man könnte meinen, die kleinen Dinge die man jeden Tag tut wären trivial, unwichtig, aber das sind sie ganz bestimmt nicht. Wenn du es mal zusammen rechnest, wie viel Zeit du damit verbringst, zu essen, zu schlafen, kochen, putzen, einkaufen und dich zu waschen, dann wirst du merken, wie viele Tage pro Jahr du allein damit verbringst.
Jetzt könnte ich sagen, wie viel Zeit du in einem Jahr mit etwas Sinnvollem wie Lesen verbringen könntest, wenn du 10 Minuten nach dem Aufwachen ein paar Seiten lesen würdest, und damit hätte ich auch nicht unrecht. Aber wie wäre es, wenn du mal ausrechnest, wie viel Zeit du einsparen könntest, wenn du aufhörst, vor dem Schlafengehen noch 30 Minuten am Handy Sachen anzuschauen, die dich eigentlich überhaupt nicht interessieren und keinerlei Nutzen für dein Leben haben?
30 Minuten pro Tag sind 3,5h die Woche, sind mehr als 53 ganze Tage pro Jahr, und die verschwendest du jetzt in diesem Moment. Was alles könntest du stattdessen in 53 Tagen pro Jahr tun?

Das Leben ist kein Zuckerschlecken

Es ist keine leichte Arbeit, sich um sein Leben zu kümmern, nein, es ist harte Arbeit. Schließlich kämpfen wir gegen die Natur an, wenn wir versuchen, unser Leben in Ordnung zu halten, denn der natürliche Zustand ist Wildwuchs.

Das Leben ist hart, da besteht gar keine Frage. Es testet dich immer wieder, körperlich und mental. Widrigkeiten, also Probleme und Schwierigkeiten, erwarten dich an jeder Straßenecke.

Eine globale Pandemie bricht aus und zerstört dein Sozialleben und deine Zukunftspläne. Eine Finanzkrise führt zu deiner Arbeitslosigkeit, deine Großmutter liegt im Sterben, eine Flut vernichtet deine gesamte Heimat. Das Leben ist kein Zuckerschlecken, man. Es wird dich zugrunde bringen, wenn du nicht aufpasst.

“Warum dann das Ganze?”, fragst du vielleicht. “Warum sollte ich mir dann die Mühe machen? Bringt doch nichts, wenn sowieso alles kaputt geht. Ist mir doch egal”.

Und du hast recht. Warum überhaupt versuchen? Wenn Menschen ihr Leben in den Mülleimer werfen, indem sie lügnerische, manipulative, fehlgeschlagene Heroinsüchtige werden, fragen wir uns immer: “Warum?”. “Wie kann jemand sein Leben nur so zusammenfallen lassen?”.

Dann aber schaut man sich um und sieht, dass zu leben heißt, zu leiden; man sieht unnützes Elend auf der Welt und die Tatsache, dass sowieso alles wieder zerfällt, was wir uns aufbauen, dass wir nach unserem Tod bloß noch eine distante Erinnerung in den Köpfen unserer Mitmenschen sind, bis auch sie das gleiche Schicksal ereilt – und so sollten wir uns vielleicht besser fragen: “Warum nicht?”. Warum nicht aufgeben und sich den niederen Gelüsten hingeben? Warum gibt es nicht viel mehr Heroinsüchtige auf der Welt?

Warum es Hoffnung für die menschliche Natur gibt

Die Antwort darauf steckt in der menschlichen Natur, und ist etwas, das niemals aufhört, mich unendlich zu inspirieren. Hier ist ein Zitat vom englischen Philosophen Lord Francis Bacon:

Adversity doth best discover virtue.
Sinngemäß: Unglück lässt Tugend am besten ans Licht kommen.

Ich kann dir das Buch “…trotzdem Ja zum Leben sagen” vom österreichischen Psychater Viktor Frankl empfehlen, wenn du lesen willst, wie der Mensch in die tiefsten Abgründe schauen kann und trotzdem noch ein Licht in sich finden kann.

Wenn uns Widrigkeiten und Unglück ereilen, wenn wir nichts zu verlieren haben, dann zeigen sich unsere besten Seiten – unsere Charakterstärke. Dann können wir mutig sein, können Gerechtigkeit anstreben, und wir zeigen echtes soziales Verhalten.

Wir sehen, wie Menschen nach der Flut ihr Heim und ihre Schulen wieder aufbauen. Wir sehen, wie Geschwister einander trösten auf dem Begräbnis ihres Vaters, wie Menschen Bäume pflanzen, in deren Schatten ihre Kinder sitzen werden. Der tiefe menschliche Glaube an eine bessere Zukunft ist etwas unglaublich Nobles und Berührendes. Wir sind nicht perfekt darin, dementsprechend auch zu handeln – und deswegen gibt es auch Probleme wie den Klimawandel – aber wir sehen tendenziell das eigentlich irrsinnige menschliche Bestreben in Richtung Charakterstärke.

Warum Menschen mit unserem Respekt tun, was sie tun

Hier ist ein sinngemäß übersetztes Zitat des antiken Stoikers Seneca:

So wie Feuer der Test von Gold ist, ist Widrigkeit der Test eines starken Charakters.

Denk darüber nach, was Menschen tun, die Respekt verdienen. Menschen mit einem starken Charakter. Sie stellen sich den Widrigkeiten, sie überwinden die Steine, die uns in den Weg gelegt werden, sie kümmern sich um ihren Garten, und warum?
Sie tun es nicht für sich selbst, sondern für andere.
Damit wenn ihre Liebsten, die Menschen in ihrem Umkreis, harte Zeiten durchleben, sie Früchte haben, die sie mit ihnen teilen können! Damit sie der Fels in der Brandung sein können.
Sie sind jemand, auf den oder die man sich verlassen kann. Jemand, der das Chaos in Schach zu halten vermag.

Wenn das Leben wieder schwer ist, wenn die Dunkelheit wieder einbricht, dann willst du jemand sein, der stark ist. Sei stark, wenn nicht für dich selbst, dann für all diejenigen, die dich brauchen. Sei stark für deine Familie, für deine Freunde. Das ist jemand, der Respekt verdient. Auch deinen eigenen.

Also ja, vielleicht bist du nutzlos und schrecklich und kritisierst jede einzelne deiner eigenen Entscheidungen. Okay. Aber du kannst etwas dagegen tun. Fang an, das Unkraut aus deinem Leben zu ziehen. Sei jemand, der Ordnung in das Chaos der Welt bringen kann, wenn nicht für dich selbst, dann für andere. Wenn du dich selbst nicht respektierst, dann fang an, so zu handeln wie jemand, der Respekt verdient hat.

Du wirst merken, dass du so deinem Leben einen Haufen Bedeutung schenkst.


Beitragsbild von Marek Piwnicki auf Unsplash

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